Worauf man in Sachen Sicherheit beim Gaming achten sollte
Mann sitzt auf Server mit seinem Laptop auf dem Knie
28.07.2021

Ob Shooter, Strategiespektakel oder Rennspiel, wenn der Entwickler den Zeitgeist trifft, das Spiel eine einnehmende Spielmechanik bietet und dabei eine spannende Geschichte erzählt, ist die Wahrscheinlichkeit eines kommerziellen Erfolgs deutlich erhöht. Deshalb befinden sich für alle erdenklichen Zielgruppen Videospiele auf dem Markt.


Dabei sehen sich alle online Spielenden den gleichen Bedrohungen für ihre IT ausgesetzt. Das Entertainment und die Projektion auf einen Spielcharakter lassen die User ihre Vorsicht vergessen, während zeitgleich Computer, Spielekonsolen und mobile Geräte zunehmend miteinander vernetzt werden. Unzureichend gesicherte Konten, mangelhaft geschützte Server oder manipulierte Raubkopien tun dann ihr übriges, um einige Videospiele in den Fokus von Betrügern und Kriminellen geraten zu lassen. Die Folgen reichen von Datenverlust über Account-Sperre bis hin zu finanziellen Schäden.


Obwohl die Spielebranche auch Innovationstreiber bspw. im Bereich des Kopier- und Account-Schutzes ist, gibt es immer wieder Fälle von Datenverlust oder Systemhacks. Aus diesem Grund ist es bei jeder Art der Videospielnutzung mit Internetanschluss sinnvoll, einige Tipps zu beachten, damit ihr euch gar nicht erst mit den Folgen von Cyber-Angriffen herumschlagen müsst:
 

  • Sichere Herkunft
    Ladet Spiele nur aus offiziellen Quellen herunter. Dazu zählen die App-Stores der Smartphone-Hersteller oder die großen Software-Shops, die mit den Entwicklern zusammenarbeiten. Ist der Ursprung unbekannt oder stammt das Spiel sogar aus einem illegalen Download, solltet ihr von der Installation absehen. Ein Indiz für eine unseriöse Quelle im Internet können ein konkurrenzlos günstiger Preis oder ein fehlendes Impressum sein.
  • Account-Schutz
    Erstellt einen Account nur, wenn ihr absolut sicher seid, dass eure Daten vertraulich behandelt werden und mit einer entsprechenden Verschlüsselungstechnik vom Anbieter gesichert sind. Besonders eure Kreditkarteninformationen sollten nur in seltenen Fällen und nach reiflicher Überlegung preisgegeben werden. Verknüpfungen mit sozialen Medien solltet ihr gänzlich vermeiden. Außerdem ist es wichtig, Tipps für sichere und komplexe Passwörter zu beherzigen.
  • In-App-Käufe
    Viele Spiele bieten digitale Verbesserungen an, die nicht im ursprünglichen Kaufpreis enthalten sind. Damit ihr nicht versehentlich in eine Kostenfalle tappt, solltet ihr Käufe innerhalb von Apps mit einem Passwort sichern. Besonders wenn auch Kinder Zugriff auf solche Anwendungen haben, kommen oft hohe Kosten auf NutzerInnen zu.
  • Separates Benutzerkonto
    Wenn möglich, solltet ihr auf ein Nutzerkonto eures Rechners oder eurer Konsole zurückgreifen, das nur über eingeschränkte Rechte verfügt und auf dem nur die nötigsten eurer Daten hinterlegt sind. Dadurch hat eine Schadsoftware nicht umgehend auch Administratorberechtigungen.
  • Regelmäßige Updates
    Wie immer im Umgang mit IT-Sicherheit solltet ihr auf dem technisch neuesten Stand sein, um ein möglichst hohes Maß an Schutz zu erreichen. Daher ist es ratsam, Hersteller-Updates herunterzuladen, sobald sie verfügbar sind.


Zusätzlich zu akuten Risiken für die Cyber-Sicherheit existieren Fallstricke, die SpielerInnen kennen sollten. Seit wenigen Jahren implementieren Games-Hersteller z. B. sogenannte Lootboxen. Das sind virtuelle Überraschungspakete, die eine bessere Ausstattung, z. B. neue Kleidung für die Spielfigur oder neue Waffen versprechen. In der Regel kosten diese Truhen wenige Euro pro Stück, verbergen ihren genauen Inhalt jedoch bis zum Kauf. Einmal erworben zeigt sich dann, ob man Glück hat und einen erhofften Gegenstand erhält oder ob sich eine Niete darin befindet.


Dieses Prinzip verstößt unter anderem gegen das belgische Glücksspielgesetz. In anderen Ländern wird die Praxis noch geprüft. Besonders gefährlich sind Lootboxen für Kinder: Hier sind häufig – auch ohne Kenntnis darüber – die Kreditkarten der Eltern auf der Spielekonsole oder am PC hinterlegt. Da Lootboxen schnellen Erfolg versprechen, ist die Versuchung der Kleinen groß, Box um Box im Spiel gegen reales Geld zu tauschen. Die Kosten tragen dann die Erziehungsberechtigten.


Außerdem kann es sich lohnen, in den Einstellungen einer Konsole oder eines Spiels die Datenschutzeinstellungen zu überprüfen und nur absolut notwendige Informationsübertragungen zuzulassen. Persönliche Informationen können im Internet genutzt werden, um personifizierte Werbung zu generieren, Online-Verhalten nachzuvollziehen oder Identitäten zu kopieren. Datensparsamkeit ist das erste Mittel, diesen Methoden aus dem Weg zu gehen.


Bei Online-Games besteht natürlich auch immer ein gewisses Risiko von Infektionen mit Schadsoftware. Auch die Inhalte von Spielen können bedenklich sein, etwa weil sie besonders brutal sind oder zu Diskriminierungen aufrufen. Ein weiteres Negativbeispiel: Illegal erworbenes virtuelles Spielgeld wird von Kriminellen für echtes Geld an begeisterte Spieler weiter verkauft.